glocke 2015 07 26 sEin Beachhandballturnier wie dieses hat Turnierleiter Klaus Ruhe noch nicht erlebt: „Wir mussten am Samstag um 17 Uhr abbrechen. Es wäre viel zu gefährlich gewesen, weiterzuspielen.“ Dabei hatte am Samstagvormittag noch alles perfekt ausgesehen. Die Bedingungen schienen ideal. Die Sonne verwöhnte die Mannschaften auf den drei Beachhandballfeldern im Brook, die Spieler konnten sich über die Anfeuerungen der Zuschauer und der anderen Mannschaften freuen. Die Akteure hatten sich neben verrückten Namen wie „Sandstreuner“, „Lachse auf Achse“, „Strand Pauli“, „Dynamo Tresen“, „Malibu Boys“ oder „Sierra Sombreros“ auch ausgefallene Accessoires für ihre Auftritte im Sand ausgedacht. Nicht weniger kreativ waren die Zuschauer: Die Anfeuerung mit der Seifenblasenpistole war dafür nur ein Beispiel. Dass das Turnier in erster Linie Spaß machen soll, wurde auch auf den Spielfeldern deutlich.

Klar, die Mannschaften kämpften um Ballgewinne, gelungene Pässe, Tore und Siege. Daneben blieb aber auch Zeit für so manche Einlage – vom Regelwerk befeuert. Wenn man vor dem Torwurf eine 360-Grad-Drehung auf den Sand zauberte, zählte der Treffer doppelt – natürlich musste der Ball aber vor allem auch im Tornetz landen. Und manchmal fanden Schiedsrichter und Akteure sogar lustige Ideen, um das Regelwerk des Beachhandball-Cups kreativ zu erweitern. Warum schließlich muss der Ballbesitz zu Spielbeginn mit einem langweiligen Hochball ermittelt werden? Ein Schubkarrenrennen vom eigenen Kreis bis zur Mittellinie, wo der Ball auf das schnellste Team wartet, sorgt schließlich für erheblich mehr Spaß – bei Zuschauern und Akteuren gleichermaßen.

Die Partystimmung ließen sich die Sportler von den dunklen Wolken am Himmel nicht verderben. Im Gegenteil: Manchmal hatte man den Eindruck, die Musikanlagen sollten ihren Teil dazu beitragen, den drohenden Sturm und Regen zu vertreiben. Das gelang allerdings nicht, so dass der Abbruch die logische Konsequenz war. „Wir sind für die Sicherheit verantwortlich“, machte Turnierleiter Ruhe deutlich. Zunächst hätten die Spieler Unterschlupf im Partyzelt finden können, später stand dank der Unterstützung der Stadt Sassenberg die Grundschulturnhalle als Nachtquartier zur Verfügung. Einige Mannschaften waren zudem noch am Samstag abgereist.

Quelle: die Glocke